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  • Julia Fox

Mit Handpferd vom Zürcher See zum Bodensee

Aktualisiert: 7. Juni 2022

Elegido, mein 21 jähriger Andalusier Wallach wir das Reit,- und Gepäckpferd sein. Ally, unser Nachwuchs, darf „nackig“ als Handpferd den Weg gehen. Beide sind ausgestattet mit ihren Hufschuhen als Hufschutz. Die Zäumung ist gebisslos. Die Wanderreitstationen habe ich schon im Vorfeld gebucht und ich habe sowohl Papierkarten mit eingezeichneten Wegen, als auch GPS dabei. Tschakka! - so gut vorbereitet bin ich selten ....


Tag 1: Freitag Am Karfreitag sind wir in der Nähe von Rapperswil am Zürchersee gestartet. Sonnenstrahlen drücken sich durch den Nebel und lassen einen tollen Tag erwarten. Heute soll es nach Wila im ZH Oberland gehen. Diesen Weg kennen die beiden Pferde. Wir waren im letzten Herbst schon dort auf der Wanderreitstation übernachten. Es ist viel los auf den Wanderwegen heute. Kein Wunder. Es ist Feiertag und dazu noch die ersten warmen Sonnenstrahlen in diesem Frühling. Wir kommen also nur langsam voran. Ally ist missmutig. Sie ist sichtlich genervt von den ständigen Ausweichmanövern – und ich auch. Nach einigen Verzögerungen kommen wir an unserem schönen Rastplatz an. Stephan, mein Mann, kommt auch dazu und wir machen gemeinsam Pause. Unser Rastplatz liegt auf einem leichten Plateau, so haben wir einen wunderschönen Blick über die Stadt und die im Hintergrund liegenden noch schneebedeckten Alpen. Da wir etwas in Zeitverzug sind lassen wir die Rast nicht zu lange werden und ziehen bald schon weiter. Für heute Abend ist Sturm angesagt, daher müssen wir rechtzeitig im Nachtquartier ankommen. So langsam wird es ländlicher. Der Weg führt uns immer wieder durch kleine Wälder, über Felder und ab und zumal an einem Bach oder dem ein oder anderen Brunnen vorbei. Wir erreichen heute auch mit knappt 1000m Höhe den höchsten Punkt unserer 4 tägigen Reise. Nach einiger Zeit fängt es schon an stark zu Winden. Wir haben noch etwa einen halbe Stunden Weg bis zu unserem ersten Nachtquartier vor uns. Wir schaffen es trocken zu bleiben und pünktlich bevor der Sturm aufbraust in der Wanderreitstation, in Schalchen bei Wila, anzukommen. Keine fünf Minuten nach unserer Ankunft und dass die Pferde ihren Paddock bezogen haben fängt es heftig an zu Stürmen und zu giessen wie aus Kübeln. Zum Glück sind wir gut ausgerüstet mit Regendecken und einem Weidezelt. Ich darf das Reiterstübchen beziehen. Ausgestattet mit einem kleinen Heizofen verspricht es heute Nacht hier gemütlicher zu werden als auf dem Heuboden. Am Abend sitze ich noch etwas mit den Gastgebern zusammen und bekomme einige wertvolle Tipps für die morgige Route durchs Turbental. Den Abend lassen wir mit Pizza und Wein ausklingen. Tag 2: Samstag Der zweite Tag führt uns durch das wild-romantische Turbental, über den Bichelsee bis nach Rosental. Heute zeigt sich jedoch das Turbental eher wild als romantisch. Es regnet den ganzen Tag wie aus strömen. So muss ich beschliessen auf die schönen Kletterwege mit einigen Höhenmetern zu verzichten und den sicheren Weg mitten durch die Dörfer Wila und Turbental zu reiten. Wir müssen dort nicht nur die Töss überqueren, sondern noch eine Bahnlinie und die Hauptverkehrsstrasse. – Das tönt nach richtig Spass. Nicht! Wegen einiger Pferdeverbote gibt es hier sonst nicht viele Alternativen. Meine zwei Helden zeigen sich aber wieder extrem Strassen, Bahn und Brückensicher und so können wir die Stadt schnell hinter uns lassen. Bald hört es auch auf zu regnen und die Landschaft wird traumhaft schön. Weiter geht es geradeaus an einem kleinen Bach (Chazenbach) entlang Richtung Bichelsee. Dort treffen wir Stephan, der uns einen willkommenen Mittagssnack mitgebracht hat. Dadurch das es noch früh im Jahr ist und die Pferde noch nicht richtig angeweidet waren freuen wir uns auch über das mitgebrachte Heu! (P.s. in meinem Auto gibt es jetzt noch in irgendwelchen Ritzen Heukrümel zu finden J Gut gestärkt können wir bald weiter. Tagesziel für heute ist ein Therapie,- und Ausbildungsstall in Rosenthal. Als wir ankommen ist dort gerade ein kleiner Concours am laufen. Elegidos und Allys Nachtpaddock liegt unmittelbar neben dem Springplatz. Also bekommen die beiden direkt einen Logenplatz und können dem Geschehen beim Schnabulieren ihres riessen Heubergs folgen. Am Abend koche ich mir Tee und Nudeln mit Sosse auf meinem Trangia Kocher. Vom Reiterstübchen, in dem ich übernachte, kann ich direkt auf den Paddock zu meinen Pferden schauen. Suuuper. So liebe ich das J Tag 3: Sonntag Heute haben wir nur eine kleine Etappe von etwa 15 km in ebenem Gelände. So kann ich mir am Morgen alle Zeit der Welt lassen, um die Pferde ausgiebig zu striegeln und um die vom gestrigen Tag nassen und dreckigen Ausrüstungsgegenstände zu trocknen und zu reinigen. Schön warm scheint heute die Frühlingssonne. Ich freue mich die sanfte Hügellandschaft des Thurgaus besser kennen zu lernen. Schön sauber und wieder ansehnlich Jreiten wir los. Heute folgen wir einige Zeit dem bekannten Jakobsweg und dessen Wahrzeichen, der Muschel. Wir machen noch einen kleinen Abstecher auf den Heidelberg (Nur ein kleinerer Hügel. Trägt aber den gleichen Namen wie meine Heimatstadt). Schon kurz nach Mittag kommen wir auf unserer Wanderreitstation, einem grossen Pferdehof, in Hühnikon an. Auch hier bin ich wieder völlig happy über die Unterbringung der Pferde in zwei nebeneinander liegenden grossen Paddockboxen. Tag 4: Montag Unser vierter und letzter Tag beginnt mit einem tollen Frühstück zusammen mit den Gastgebern. Etappenziel unseres 4- tägigen Wanderritts ist die Rossschwemme bei Güttingen am Bodensee. Gut gestärkt starten wir vom Birkenhof in Hünikon Richtung Weinfelden. Dort wollen wir die Thur überqueren. Meine erste Wahl ist eine schmale „einspurige“ lange Brücke über den Fluss. Das traue ich mir Vorort jedoch nicht zu mit zwei Pferden. Wir gehen also weiter über die nächste, eine grössere, auch für Autos befahrbare Brücke. Auf dem Weg zwischen den zwei Brücken treffe ich ein nettes Paar mit einem Hund. Wir kommen ins Gespräch und Sie erzählen mir dass sie auch öfter Treckingtouren im Gebirge mit dem Hund machen. Nachdem wir die Thur nun endlich überquert haben, führt ein Weg Kilometerlang entlang dem Fluss, den wir im Trab geniessen können. So kommen wir natürlich sehr flott voran. Der weitere Weg führt uns auch meist im Trab durch die sanfte Hügellandschaft des Thurgaus. Nach kurzer Zeit schon, zeigt sich uns heute zum ersten Mal der Bodensee! Juhu!! Jetzt ist es nicht mehr sehr weit bist zur Rossschwemme. Je näher wie dem Ufer kommen, desto voller wirkt die Gegend. Gerade die letzten Minuten bevor wir das Ufer erreichen ist wieder viel los. Parkende Autos, Räder, Spaziergänger, Hunde …. Die Rossschwemme liegt ziemlich direkt am Anfang der Uferpromenade und so verschwinden wir auch schnell dorthin durchs Schilf hinein. Die Pferde geniessen es im Wasser zu planschen und ich freue mich über den atemberaubenden Weitblick bei herrlichem Sonnenschein und so einen tollen Wanderritt mit meinen zwei besten Pferden überhaupt Jgemeistert zu haben. Nach etwa 90 km und 4 Tagesetappen haben wir unser Ziel erreicht. Wir sind angekommen! Vom Zürisee bis zum Bodensee. Mein Mann holt uns mit dem Pferdeanhänger ab und wir fahren wieder nach Hause. Fazit: Das Thurgau ist eine fabelhafte Wanderreitgegend mit tollen Wege und netten Wanderreitstationen. Wenn die Pferde noch nicht angeweidet sind ist es nicht so einfach mit der Mittagsrast. und.. im „Flachland“ sind wir total schnell unterwegs J und Meine Pferde sind toll JJ



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