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  • Sarah Blum

Packen für meinen ersten Wanderritt

Aktualisiert: 20. Feb. 2023

Reiter-Pack-Liste Sternritt


Text: Sarah Blum



Etwas ratlos sitze ich auf dem Boden meines Wohnzimmers, um mich herum kleine Häufchen an Kleidung aufgetürmt. In ein paar Tagen geht mein erster Wanderritt los und ich versuche, zu packen. Nach Jahren geprägt von Reisen in viele Länder dieser Erde, von Andalusien über Afrika bis Dänemark und Thailand, bin ich ein alter Hase was das Packen für jedwede Klimazone angeht. Aber was nimmt man eigentlich alles auf einen Wanderritt mit? Es ist immerhin mein erster richtiger Wanderritt. Nachdenklich schiebe ich einen Haufen T-shirts von links nach rechts, von rechts nach links. Reithosen. Logisch. Einen Helm. Auch logisch. Aber was sonst? Reitstiefel? Meine heißgeliebten, andalusischen Reitstiefel sind zwar irre bequem, aber äußerst unpraktisch. Hmm. Nach einem Gespräch mit Julia bin ich um Einiges schlauer. Als erfahrene Wanderreiterin rät sie mir zu Wanderschuhen. Heisst ja nicht umsonst Wanderritt. Auch wenn wir oft zu Pferd unterwegs sein werden, wird es doch Abschnitte geben, die wir laufend zurücklegen werden, und da sind passende, bequeme, rutschfeste Schuhe das A und O. Ebenso wie gute Socken, denn nichts ist schmerzhafter, als sich durch rutschende Socken und unpassende Schuhe Blasen zu laufen. Und dann auch noch damit weiterlaufen zu müssen. Seufzend hole ich mein Notizbuch, und beschließe, eine Packliste zu schreiben. Wie in Ich packe meinen Koffer und nehme mit..

Je nach Ritt kommt die Menge an Kleidern ein Bisschen darauf an, was man alles macht. Wir machen einen sogenannten Stern-Ritt, das heißt, wir schlafen in einem Hotel oder einer Herberge und reiten tagsüber. Als würde man Reiterferien machen. Nur eben mit eigenem Pferd. Da kann man, für Notfälle, mehr einpacken, als für eine 3-Wochen-Tour, wo man von Wanderreitstation zu Wanderreitstation unterwegs ist. Da ich netterweise Julias Andalusier Elegido reiten darf, muss ich mir um Sattel & co. keine Gedanken machen, sondern nur um meine eigene Kleidung. Wenn du aber mit eigenem Pferd unterwegs bist, solltest du, wieder, je nachdem, was für einen Ritt du machst, Entsprechendes auf deine Liste schreiben. Bei einem Sternritt reicht aber meist das Equipment aus, was du bereits da hast, inklusive 2-3 kleineren Packtaschen oder Campotüchern für tagsüber.


Da wir nur drei Tage unterwegs sein werden, reichen 2 paar Reithosen. Falls es regnen sollte, habe ich eine Ersatzreithose. Praktischer wäre eine Regenüberziehhose, aber die konnte ich nicht mehr auftreiben. Entweder war sie in meiner Grösse ausverkauft, zu gross oder jeder, den ich gefragt habe, hat seine bereits aussortiert. Weiter geht´s mit T-shirts. Auch da reichen 2-3 für Tagsüber und 2 etwas Schönere für abends zum Wechseln. Zusätzlich entscheide ich mich für eine karierte Bluse zum Überziehen gegen die Sonne, sowie einen dünnen Pullover für Abends und eine Fleecejacke. Die Regenjacke kommt auch noch mit, sowie ein dünner Loop-Schal. Das Wichtigste: Reithelm und Reithandschuhe. Die Jeans samt Gürtel kommt auch noch mit, sowie mein Hut für die Pausen. Ein Satz Unterwäsche und zwei paar Socken ebenso. Neben Badebeutel mit Shampoo & co nehme ich auch noch ein kleines privates 1. Hilfe-Set mit, mit notwendigen Medikamenten, Wunddesinfektionsspray für kleinere Wunden, einen Stützverband und Blasenpflaster (nur für alle Fälle, ich bin nämlich manchmal ein Körperklaus und vertrete mir schnell was). Wir sind zwar zu 4. unterwegs und nicht mitten im Nirgendwo, aber ich halte es beim Reisen und dem Reiten lieber mit “better safe, than sorry”. Lieber etwas zuviel mitnehmen, als im blödesten Fall ohne dazustehen. Und da wir über die Feiertage weg sind, ist auch nicht garantiert, dass genau dann das auf hat, was wir brauchen. Um das kleine Abenteuer zu dokumentieren, packe ich ein Notizbuch, mein Stiftemäppchen und meine Kamera samt Akku ein. Zum Verstauen von Dingen, die man schnell griffbereit haben muss, kommt eine dünne Weste mit Taschen mit. Zuletzt werfe ich noch meinen Badeanzug in den Koffer. Man kann ja nie wissen… :D Zufrieden betrachte ich die Liste. Zumindest für mich habe ich alles dabei. Und doch das Gefühl, viel zu viel eingepackt zu haben. Als allerletztes lege ich noch eine Liste mit Notfallkontakten von 1-3 an. Falls mir etwas passieren sollte, kann der Rittführer, in diesem Falle Julia, diese Nummern ggf. nacheinander anrufen und Bescheid geben. So müssen sich deine Familie oder deine Freunde keine Sorgen machen.

Damit du es einfacher hast, habe ich dir hier nochmal alles aufgelistet, für dich zum Abhaken. Du kannst die Liste, frei nach Gusto, ergänzen oder Dinge streichen :): Kleidung:

*Reithelm (*Reithandschuhe) *Reithosen 2x *Wanderschuhe

*Fleecejacke *Regenjacke

(*Regenüberziehhose) *Jeans lang *Jeans kurz

*Unterwäsche

*Socken, 2x lang, 1x kurz

*dünne Weste mit Taschen

*Turnschuhe / 2. Paar Schuhe für abends

*2-3 Tshirts tagsüber, 2 für abends *dünner Pullover *Karobluse *dünner Loopschal (*Badesachen) *Schlafanzug

*Badebeutel & wichtige Medikamente, wenn vorhanden (*Brille & Kontaktlinsen)


Erste-Hilfe-Set: *Wunddesinfektionsspray octenisept

*Anti-Insektenspray

*Fenistil gel

*Voltaren Sportsalbe

*Sonnenmilch Gesicht 50 *Ibuprofen & Pantoprazol (*Anti-Allergie-Tabletten) *Pflaster *Blasenpflaster *Stütz-Verband Sonstiges: *Krankenkassenkarte (*Gesundheits-Infos (Blutgruppenausweis, Impfausweis, Karte mit Medikamenten-Allergien, wichtige Infos im Ernstfall etc.)) *Geldbeutel *Ausweis *Handy & Akku (*Kamera & Akku) (*Notizbuch & Stifte) *Trinkflasche Achja: Manche Sachen mögen dir vielleicht übertrieben vorkommen, aber ich gehe bei solchen Reisen gerne vom worst case aus. Solltest du, warum auch immer, vom Pferd fallen und bewusstlos werden, müssen deine Mitreiter wissen, wo sie was finden, damit der Rettungsdienst schnell helfen kann, damit wiederum die Ärzte im Krankenhaus schnell reagieren können und zum Beispiel wissen, dass der Verletzte eine bestimmte Medikamenten-Allergie hat. Oder, im Allerschlimmsten Fall, welche Blutgruppe benötigt wird oder ob du Vorerkrankungen hast. Ich möchte dir damit keine Angst machen, das muss alles gar nicht eintreten, aber lieber nimmst du solche Infos einfach mit und hast sie, als dass dann wirklich etwas passiert und keiner weiss, wie er dir helfen kann oder sogar darf. :)) Was du für dein Pferd alles brauchst, findest du in diesem Blogeintrag


In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß und Hals- und Beinbruch


 

Über die Autorin:


Sarah studiert Anglistik und Archäologie an der Universität Freiburg, in Süddeutschland.

Sie ist durch und durch ein „Pferdemädchen“ und würde am Liebsten den ganzen Tag im Stall verbringen. Sie konnte bereits einige Erfahrung in verschiedenen Reitweisen sammeln, blieb dann jedoch bei der Iberisch-Barocken Reitweise hängen. Als ehemalige Physiotherapie-Auszubildende ist sie außerdem der Überzeugung, dass nicht nur das Pferd gesund-erhaltend bewegt werden sollte, sondern auch der Reiter selbst. Wenn sie nicht gerade im Stall ist, dann liest sie alles, was sie über Pferde finden kann.



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